Vita

Nelo Tröller M.A. ist eine Künstlerin, deren Werk Grenzen zwischen Medium, Raum und Wahrnehmung erkundet. Ihre Arbeiten umfassen Kunst-Stoffe — Objekte aus PE-Folie, Silicon und gefundenen Materialien —, Installationen, Aquarelle, Malerei, Fotografie und Film. Geboren 1962 in Leutkirch im Allgäu, studierte sie 1982–1987 Kunstwissenschaft (M.A.) und Kunstpädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie ist Mitglied im Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Frankfurt.
Sie leitet das Atelier im Hinterhaus in Isny im Allgäu sowie die Künstlerresidenz le nid im Elsass. Zuvor führte sie 1989–1992 die Nelo-Galerie in Isny und 1998–2002 die Galerie A2A in Frankfurt am Main; von 2020 bis 2025 koordinierte sie als Landeskoordinatorin Kulturelle Bildung in Hessen künstlerische Projekte in Kulturschulen.
Ihre Fotomotive verweisen auf ungeschönte Realitäten: Wartezonen in Hauptbahnhöfen oder U-Bahnstationen, Aufenthaltsorte obdachloser Menschen unter Folien, Decken, Brücken. Durch Müll verunreinigte Orte, graue Fassaden, grau-grüne Spielflächen, Orte, wo die Natur gar nicht mehr zu sehen ist. Die in FotoMosaike angeordneten Bilder geben Einblick in unterschiedliche Lebenswelten, verborgene Nischen der urbanen Architektur, verborgene Identitäten. Verborgene Naturidyllen setzt sie hierzu als Kontraste in den FotoMosaiken ein. Rote Abstraktionen brechen die narrativen Kompositionen zusätzlich.
Die fotografischen „Entdeckungen" sammelt nelo. seit dem Jahr 2020 und stellt sie seriell nebeneinander oder arrangiert sie in wandfüllenden Mosaiken (s. Werk „Unorte und Lieblingsorte"): Verhüllte Menschen wie auch Pflanzen, unbeachtete öffentliche Orte oder Un-Dinge, weggeworfene Relikte auf Gehwegen. Dem scheinbar Nutzlosen verleiht sie eine neue Sichtbarkeit. Mit den dokumentarischen Fotografien greift sie existenzialistische Themen auf wie Nahbarkeit, Verletzlichkeit und Schutzbedürfnis von Mensch und Natur.
Aus den Motiven der fotografischen Serien entwickelt nelo. skizzenhaft angelegte Künstlerinnenbücher in Unikatform und transformiert das fotografisch Festgehaltene zu „Seelenbüchern" — teils mit Textelementen, oft fragmentarisch aus Tagebuchnotizen und Fundstücken zusammengesetzt und collagiert, anschließend experimentell grafisch und malerisch überarbeitet.
Ausstellungen

